Samstag, 12.06.10: Neumond, Windstärke 7 aus West, einsetzende Flut: der Strand im Besitz der See!
Weit in den Strand hinein tanzen große kräftige Wellen mit ausladenden Gesten ihren Freudentanz. Auf ihnen schäumt weiß die Gischt, und funkelt in der Sonne. Wo sonst trockener Strand ist, überspülen die letzten Wellenausläufer den Sand zentimeterhoch. In ihnen spiegelt sich der Himmel. Unzählige Kitesurfer fliegen auf dem Wasser durch die Luft.
Der Steg zur Strandbar ist überspült, auch über ihn tanzen die Wellen hinweg. Unter und um die Strandbar herum sowieso.
Welch rauschendes Fest!
Hoch oben in der Strandbar liege ich. Der Pfahlbau vibriert und zittert im Wellentanz. Neben mich legt sich die Frau, die schon letztes Wochenende kurz mit mir geplaudert hat. Wir quasseln und erzählen und finden kein Ende. Manchmal regnet es für ein paar Minuten, wir bleiben liegen in unseren Regenjacken, und pellen uns daraus hervor, wenn die Sonne wieder strahlt. Das, was kurz regennass wurde an uns, hat schon längst der Sturm wieder trockengeweht. Irgendwann sind darüber fünf Stunden vergangen …
PS für Nicht-Nordsee-Kenner: bei Neu- und Vollmond sind die Gezeiten intensiver, und wenn starker Wind hinzukommt, entstehen gerne mal Spring- oder Sturmfluten. Dann gilt noch viel mehr als sonst: nichts wie an den Strand, um bloß nichts zu verpassen!
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