Nirgendwann

Seenebel, mein Vierter. Nein, es war mehr als nur Seenebel: er bedeckte Wasser, Strand und Salzwiesen, waberte bis zum Deich, und kleine Nebelwölkchen plumpsten noch über den Deich hinweg ins Land hinein.

Mit dem Rad den Deichweg entlang durch tropfende salzige Luftschwaden, die Sicht maximal 80 Meter. Vom Strandwärter aus ist weder Strand noch Strandbar noch Wasser zu sehen. Nur Nebel.

Den Holzsteg zum Strand entlang: der Strandwärter hinter mir verschwindet im wabernden milchigen Nichts, dafür taucht schemenhaft die Strandbar aus dem Nebel auf.

Aus dem vorgelagerten Kiosk schallt irgendsoeine südseemäßige Strandmusik, die an Karneval in Rio erinnert. Eine Frau allein lehnt am Geländer und trinkt Coffee-to-go. Die südseemäßige Strandmusik verwabert sich mit dem Nebel ins Nichts und hinterlässt ein surreales Bild.

Der Seenebel lässt jegliches Zeitgefühl verlieren, das mir doch ohnehin schon fast entschwunden ist. Es gibt keine Tageszeit mehr.

Es ist irgendwann und nirgendwo. Ich bin irgendjemand mittendrin. Und bleibe es für vier Stunden.

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