Ich vermute, dass es die Backpacker, die mit ihrem „lonely planet“ unterm Arm nach Asien oder sonst wo hin reisen, dass die es auf eine Art wahrscheinlich leichter haben. Schwerer vielleicht bezüglich fremder Kulturen und Sprachen. Aber sie erkennen sich untereinander, und knüpfen so Kontakte. Ausgeglichen wird das in meinem Fall durch Besucher – die kämen natürlich nicht, würde ich irgendwo in Asien oder Australien sitzen.
Nicht, dass ich Kontakte schmerzlich vermissen würde. Aber ein bisschen mehr hätte ich mir da schon erwartet hier. Ich glaube nicht, dass es an mir liegt. Ich fühle mich so offen, wach und aufmerksam wie selten. Es liegt eher am „Potenzial“: die Einheimischen sind unter sich, die Touristen (nur deutsche, vorzugsweise Schwaben) zu 80 % Familien oder Rentner. In sich geschlossene und mit sich beschäftigte Gruppen, kleine oder größere. Dazu die tendenziell zurückhaltende Haltung der (süd-?)deutschen Seele: eher Skepsis gegenüber einer Alleinreisenden, als Neugier oder Interesse. Beäugen ja (unverhohlen) – ansprechen nein. Der Deutsche schweigt, wenn er was oder wen nicht kennt, anstatt zu fragen: „Hej, wer bist Du denn, was machst Du?“
Schlagworte: Auszeit planen, Sabbatical