Ich würde gerne einen wunderbaren letzten Blogeintrag schreiben, aber es geht nicht. So unendlich viele Erlebnisse der letzten Tage und Wochen schwirren kreuz und quer durch meinen Kopf. Der Grillabend im Hause, bei dem ich „Lotti“ kennenlernen durfte – DIE Lottie, die früher „Lottis Kajüte“ am Südstrand betrieb – der Erzählung nach eine Legende. Noch eine Nordsee-Freundin habe ich gefunden, und mit ihr zwei wunderbare Tage verbracht. Zum Finale heute war ich 9 Stunden lang am Strand, und habe ein letztes Bad in der See genommen. Ich weiß nicht mehr, wie ich all das beschreiben soll, was ich hier fantastisches erlebe.
Nun erwartet mich die alte Kratzbürste Berlin, und ich weiß jetzt schon, dass wir uns erst einmal argwöhnisch beäugen werden. Ich werde ihr zu gesund, ausgeschlafen und frisch aussehen. Sie wird mir verstaubt, stickig und laut sein. Und dennoch werden wir uns auf unsere Art in die Arme fallen.
Die Flut in meinen Augen steigt. Diese verdammten „letzten Male“. Das letzte Mal in der Nordsee, der letzte Prosecco in der Strandbar, das letzte Mal Richtung Sonnenuntergang schaukeln, das letzte Mal das Fahrrad vom Fahrradständer am Strand losketten, die letzten Sandkörner an den Füßen, das letzte Mal am Schilffeld entlang …
Zum Glück habe ich aus dem letzten Jahr gelernt, und schon für das nächste Mal in diesem Jahr gesorgt: Mitte Juli wird alles wieder zum ersten Mal kommen. Das erste Mal wieder in der Nordsee, der erste Prosecco in der Strandbar, das erste Mal Richtung Sonnenuntergang schaukeln …
Schaukeln zwischen meinen beiden Heimaten. Kaum mehr zu fassen wie gut es mir geht.
